Top

Conterganopfer verklagen Deutschland in Straßburg

19. März 2010  

Conterganopfer verklagen Deutschland in Straßburg

Europäischen Gerichtshof


.


Conterganopfer verklagen Deutschland in Straßburg

Conterganopfer verklagen Deutschland in Straßburg

..

.


Ostfildern (ddp). Im Kampf um zivilrechtliche Entschädigungszahlungen wollen deutsche Conterganopfer vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg ziehen. Das Bundesverfassungsgericht habe eine Verfassungsbeschwerde von 15 Contergangeschädigten nicht zur Entscheidung angenommen, teilte der Vorsitzende des «Contergan-Netzwerks», Christian Stürmer, am Donnerstag in Ostfildern mit.

Die Beschwerdeführer machen geltend, dass in Deutschland Contergangeschädigte neben der monatlichen Rente von maximal 1116 Euro keine zivilrechtlichen Entschädigungszahlungen erhielten, wie sie etwa Kriegsversehrten, Impfgeschädigten oder Opfern von Gewalttaten zustünden. Nicht ein Cent an Schmerzensgeld sei je an deutsche Conterganopfer gezahlt worden, sagte Stürmer.

Der Contergan-Skandal war einer der größten Arzneimittelskandale in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Beruhigungsmittel kam im Oktober 1957 auf den Markt und verursachte Missbildungen bei Neugeborenen. Im November 1961 wurde das Schlafmittel vom Markt genommen.

Der Bundestag hatte im Mai 2009 eine Änderung des Conterganstiftungsgesetzes beschlossen mit dem Ziel, die finanzielle Absicherung der Geschädigten zu verbessern. Gestaffelt über 25 Jahre fließen demnach insgesamt 100 Millionen Euro in jährlichen Sonderzahlungen an die Betroffenen. Die Hälfte des Geldes kommt aus der Conterganstiftung des Bundes, die andere Hälfte von der Firma Grünenthal, die das Medikament auf den Markt gebracht hatte. In Deutschland leben heute rund 2800 Contergan-Geschädigte.

Contergan – Katastrophe für Tausende

18. März 2010  

60 Jahre Deutschland

60 Jahre Deutschland

.

Contergan – Katastrophe für Tausende

27. November 1961

Nach dringlichen Hinweisen von Ärzten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Schlafmittel Contergan und sich häufenden Missbildungen bei Neugeborenen startet der Hersteller, die Chemie Grünenthal GmbH, eine Rückrufaktion. Das Mittel war seit 1957 rezeptfrei verkauft worden und wurde als “Schlafmittel des Jahrhunderts, unschädlich wie Zuckerplätzchen” beworben.

Zwar registrieren die Ärzte, dass sich Missbildungen an den Gliedmaßen Neugeborener häufen, doch werden diese zunächst als Folgen von Atomtests oder auch Spätfolgen des Weltkrieges gedeutet. So kommen schließlich weltweit etwa 10.000 contergangeschädigte Kinder auf die Welt, davon gut die Hälfte in Deutschland. Grünenthal muss sich wegen fahrlässiger und vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Der Prozess wird 1970 eingestellt, nachdem sich das Unternehmen mit den Opfern auf die Gründung einer Stiftung und die Zahlung lebenslanger Renten geeinigt hatte.

Fünfzig Jahre später sind noch 2800 Contergangeschädigte am Leben und leiden nicht nur an ihren Missbildungen, sondern auch an chronischen Folgeerkrankungen. Viele von ihnen fühlen sich vernachlässigt und von der Contergan-Rente nicht ausreichend versorgt. Und sie warten noch immer auf eine überzeugende Geste der Entschuldigung von Grünenthal. Doch im Gegenteil: Im Jahr 2007 versucht das Unternehmen, die Ausstrahlung des ARD-Zweiteilers “Contergan” mit juristischen Mitteln zu verhindern.

Mehr zum Thema: Contergan-Dossier des WDR

Wie können Verbraucher heute besser geschützt werden? Mehr dazu bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

  • Add to favorites
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Netvibes
  • Mixx
  • NewsVine
  • Webnews.de
  • MSN Reporter
  • Reddit
  • Technorati
  • Twitter
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg
  • MySpace
  • Tumblr
  • StumbleUpon

Was Contergan so gefährlich machte

12. März 2010  

ZEIT-ONLINE.

.


. DATUM 12.3.2010 – 11:09 Uhr . QUELLE ZEIT ONLINE, dpa

Der Conterganskandal ist beispiellos in der Medizingeschichte: Jetzt haben Forscher herausgefunden, wie dessen Wirkstoff Thalidomid Fehlbildungen ausgelöst haben könnte.

© Stefan Puchner/dpa

Japanische Forscher könnten herausgefunden haben, wie Thalidomid Fehlbildungen verursacht

Japanische Forscher könnten herausgefunden haben, wie Thalidomid Fehlbildungen verursacht

Schwangere nahmen es als Mittel gegen morgendliche Übelkeit mit verheerenden Folgen. Als Beruhigungs- und Schlafmittel gepriesen, führte Contergan in den 1960-er Jahren zu einem beispiellosen Medizinskandal. Der Wirkstoff Thalodomid schädigte die Entwicklung von Embryos im Mutterleib. Frauen brachten Säuglinge mit verstümmelten Armen, Beinen oder Ohren zur Welt. Rund 10.000 Babys waren weltweit betroffen. Wie der Wirkstoff die Fehlbildungen allerdings auslöste, war bis vor kurzem gänzlich unbekannt.

Japanische Forscher sind durch Tierversuche nun einen Schritt weitergekommen: Sie fanden heraus, dass Thalidomid an das körpereigene Eiweiß Cereblon (CRBN) bindet und es blockiert. Takumi Ito und seine Kollegen vom Institut für Technologie in Tokio schreiben im Wissenschaftsmagazin Science, dass CRBN in einem Komplex von körpereigenen Stoffen wirke, der maßgeblich für die Entwicklung von Gliedmaßen im Embyro verantwortlich sei. Durch die Thalidomid-Bindung jedoch werde das Eiweiß in seiner Aufgabe behindert.

Dies könnte direkt zur Fehlbildung in den ungeborenen Säuglingen führen. Noch ist aber nicht eindeutig klar, ob dies der einzige und ausschließliche Mechanismus ist. Thalodomid könne zudem dazu beitragen, dass sich Gefäße nicht richtig entwickeln oder sich Substanzen bilden, die einzelne Zellen schädigen.

Hinzu kommt, ob die Forschungsergebnisse, die an Zebrafischen und Hühnern erzielt wurden, überhaupt auf den Menschen übertragbar sind. Dennoch wollen die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse nutzen, um “sichere” Thalidomid-Formen zu entwickeln und suchen nun nach Möglichkeiten, die katastrophalen Nebenwirkungen auszuschalten. Denn schwere Lepra-Formen und Knochenmarkkrebs lassen sich zum Teil wirksam mit dem Wirkstoff behandeln.

Doch auch diese Behandlung ist offenbar nicht ungefährlich. In Südamerika wurde auch schwangeren Lepra-Patientinnen Thalodomid verabreicht. Daraufhin kam es zu vermehrten Fällen von Säuglingen mit Fehlbildungen. Ob ein direkter Zusammenhang zwischen dem Contergan-Wirkstoff und den Fehlbildungen besteht, ist aber nicht eindeutig geklärt.

Lesen Sie weitere Artikel aus dem Ressort Gesundheit.

MEHR ZUM THEMA

  • PHARMAKONZERN Contergan-Geschädigte erhalten Geld
  • NACKTE BEHINDERTE“Gewöhnt euch an unseren Anblick!”
  • EU-CHEMIKALIENRECHT UND TIERVERSUCHE Leiden für die Chemie?
  • SCHLAGWORTE

    WirkstoffMedizin |BehinderterForschung

    BBC Online Thalidomid Wirkung Rätsel gelöst

    12. März 2010  

    halidomid Wirkung Rätsel gelöst

    Quelle: BBC Online Thalidomid Wirkung Rätsel gelöst

    “Berlin wirbt um Brasilien.” Besuch von Außenminister Guido Westerwelle – Stationen Brasilia, Sao Paulo, Rio de Janeiro.

    12. März 2010  

    “Berlin wirbt um Brasilien.” Financial Times Deutschland. Besuch von Außenminister Guido Westerwelle – Stationen Brasilia, Sao Paulo, Rio de Janeiro. Günter Nooke: “Unsägliche Folterpraxis in Brasilien.” ThyssenKrupp in Rio de Janeiro. Peter Scholl-Latour, Helio Bicudo, jüdischer Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew.

    .

    Die UNO-Menschenrechtskommission in Genf befaßt sich mit dem Gefängnishorror in Lateinamerikas größter Demokratie.

    Die UNO-Menschenrechtskommission in Genf befaßt sich mit dem Gefängnishorror in Lateinamerikas größter Demokratie.

    Quelle:http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/08/berlin-wirbt-um-brasilien-financial-times-deutschland-besuch-von-ausenminister-guido-westerwelle-gunter-nooke-unsagliche-folterpraxis-in-brasilien/

    Tim Cahill (Mitte), Brasilienexperte von Amnesty International in London, in Slum von Sao Paulo.

    Tim Cahill (Mitte), Brasilienexperte von Amnesty International in London, in Slum von Sao Paulo.

    : “Das große Problem Brasiliens ist heute, daß der offizielle Diskurs nichts mit der politischen Praxis zu tun hat. Es wird weiter gefoltert und exekutiert, die Lage in den Gefängnissen ist nach wie vor grauenhaft und es gibt weiterhin Todesschwadronen und Sklavenarbeit. Echte Reformen werden durch wirtschaftliche und politische Interessen verhindert.”

    http://www.ftd.de/politik/international/:suedamerika-strategie-berlin-wirbt-um-brasilien/50085593.html?page=2

    http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/chile-westerwelle-reist-ins-erdbebengebiet_aid_487193.html

    Gefängnishorror unter Lula und Genfer UNO-Menschenrechtskommission: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/08/gefangnisse-unter-lula-uno-menschenrechtskommission-in-genf-befast-sich-erstmals-mit-gegen-gesetz-und-verfassung-verstosenden-haftbedingungen-im-teilstaat-espirito-santo-dossier-mit-fotos-von-zerstu/

    Gefangenenpriester Günther Zgubic aus Österreich: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/29/osterreichischer-pfarrer-und-gefangenenseelsorger-gunther-zgubic-in-brasilien-weiter-folter-in-allen-varianten-eine-deutsche-frau-wurde-unglaublich-mit-elektroschocks-kaputtgemacht-psychisch-ner/

    http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/09/gunther-zgubic-gefangenenpriester-aus-osterreich-etwa-15-millionen-brasilianer-leiden-hunger-das-offentliche-gesundheitswesen-ist-eine-katastrophe-die-offentlichen-schulen-sind-miserabel-doch/

    Milliardäre Brasiliens: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/11/18-brasilianische-milliardare-auf-neuer-forbes-liste-schuler-in-buchkirchenosterreich-spenden-fur-verelendete-kinder-in-der-achtgrosten-wirtschaftsnation-brasilianer-eike-batista-ist-mit-27-milliar/

    “Trotz des Anti-Folter-Gesetzes wird in ganz Brasilien weitergefoltert”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/24/trotz-des-anti-folter-gesetzes-wird-in-ganz-brasilien-weitergefoltert-nicht-selten-aus-sadistischem-vergnugen-am-foltern-cecilia-amin-castro-exekutivsekretarin-der-kommission-fur-gerechtigkeit/

    “Brasilien kein Rechtsstaat”: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/28/brasilien-ist-kein-rechtsstaat-war-nie-ein-rechtsstaat-konstatiert-bundeszentrale-fur-politische-bildungbonn-in-einer-analyse-des-lateinamerikaexperten-rudiger-zoller-lulas-brasilienweiterhin/

    Tim Cahill (Mitte), Brasilienexperte von Amnesty International in London, in Slum von Sao Paulo.

    “Das große Problem Brasiliens ist heute, daß der offizielle Diskurs nichts mit der politischen Praxis zu tun hat. Es wird weiter gefoltert und exekutiert, die Lage in den Gefängnissen ist nach wie vor grauenhaft und es gibt weiterhin Todesschwadronen und Sklavenarbeit. Echte Reformen werden durch wirtschaftliche und politische Interessen verhindert.”

    Atom-Hermesbürgschaft für Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/28/atom-burgschaft-fur-brasilien-bundesverband-christliche-demokraten-gegen-atomkraftcdak-kritisiert-mogliche-fdp-interessenkollision-der-fdp-politikerin-ulrike-flach/

    Jüdischer Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew zu deutsch-brasilianischer Atom-Kooperation, deutschen Automultis in Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/28/der-judische-weltsozialforum-erfinder-oded-grajew-uber-die-deutsch-brasilianische-atomkooperation-weltsozialforum-2010/

    Günter Nooke: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/

    http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/11/lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gravierende-menschenrechtsverletzungen-eindie-menschenrechtsverletzungen-sind-routine-alltaglich-und-allgemein-verbreitet-das-gefangnissystem-ist/

    « Gefängnishorror unter Lula: UNO-Menschenrechtskommission in Genf befaßt sich erstmals mit gegen Gesetz und Verfassung verstoßenden Haftbedingungen im Teilstaat Espirito Santo. Dossier mit Fotos von Zerstückelten. Günter Nooke, Oded Grajew. Deutscher Außenminister Guido Westerwelle besucht Brasilien. – Deutscher Außenminister Guido Westerwelle in Buenos Aires. “Es wird ein Kernanliegen meiner Außenpolitik sein, Türen für deutsche Unternehmer zu öffnen.” Reise-Schwerpunkt Brasilien mit Drei-Tage-Aufenthalt. Brasilia, Sao Paulo, Rio de Janeiro. »

    Der Contergan-Prozeß Ostern sind wir zu Hause!”

    11. März 2010  

    ZEIT-ONLINE Der Contergan-Prozeß

    ………………………………..(Hier können Sie weiter lesen, bitte hier klicken)

    Contergan WDR.de

    9. März 2010  

    Montage: Contergan-Packung und contergangeschädigtes Kind; Rechte: dpa/ddp/WDR[M], Kirsch


    Contergan-Opfer dürfen Boykott fordern

    Contergan-Opfer dürfen Boykott fordern
    Contergan-Opfern dürfen wieder zum Boykott gegen Produkte der Unternehmerfamilie Wirtz aufrufen. Das Kölner Landgericht hat seine einstweilige Verfügung gegen den Boykott aufgehoben. [mehr]

    Grünenthal zahlt 50 Millionen

    Die Arzneimittelfirma Grünenthal in Aachen hat nach eigenen Angaben 50 Millionen Euro in die Contergan-Stiftung eingezahlt. Die “freiwillige Sonderzahlung”, so das Unternehmen, solle die finanzielle Situation der Contergan-Betroffenen verbessern helfen. Die halten die Zahlung allerdings für viel zu gering. [mehr]

    Conterganopfer beenden Hungerstreik

    Ohne höhere Entschädigungen durchsetzen zu können, haben zwei Conterganopfer und eine Mutter ihren Hungerstreik in Bergisch Gladbach beendet. Sie kündigten aber an, erneut die Nahrung zu verweigern, falls ihre Forderungen nicht erfüllt würden. [mehr]

    Klage gegen Contergan-Film unbegründet

    Das Hamburger Landgericht hat vier Klagen gegen den Spielfilm über den Contergan-Skandal abgewiesen. Die Pharmafirma Grünenthal und ein früherer Opferanwalt hatten gefordert, Szenen zu verbieten. [mehr]

    Geht Profit vor Gesundheit?

    Die Contergan-Katastrophe vor 50 Jahren: Pharmaindustrie und Politik sagen, dies könnte heute nicht mehr passieren. Doch wie sicher sind Arzneimittel heute? Hart aber fair ließ einige Aussagen von Experten prüfen. [mehr]

    Was aus den Contergan-Kindern wurde

    50 Jahre nach Contergan: Aus den geschädigten Kindern sind Erwachsene geworden. Sie müssen mit ihren Behinderungen leben, mit Folgeproblemen fertig werden. Ihre persönlichen kleinen und großen Dramen beleuchtet eine WDR-Dokumentation. [Interview]

    Contergan: Umgang mit Zeitgeschichte

    Mit einem Jahr Verspätung zeigt die ARD den Zweiteiler zum Fall Contergan. Hersteller Grünenthal wollte vor Gericht die Ausstrahlung verhindern – vergeblich. Gebhard Henke, Fernsehfilm-Chef des WDR, über Klagen, Kultur und Kunstfreiheit. [Interview]

    .

    Ein Leben ohne Arme

    Das Medikament Contergan steht wie kein anderes für die Gefährlichkeit von Arzneimitteln – vor 50 Jahren kam es auf den Markt. Nach langem Rechtsstreit wird der Fernsehfilm zum Thema nun ausgestrahlt. [Fotos]

    .

    Der Mann, der Contergan stoppte

    Im Jahr 1961 standen Ärzte vor einem Rätsel: Warum wurden plötzlich so viele missgebildete Kinder geboren? Widukind Lenz glaubte, dass Contergan die Ursache ist. Der Humangenetiker veröffentlichte seinen Verdacht – und setzte seine Karriere aufs Spiel. [mehr]

    Die stolze Schwerstarbeiterin

    31 Schüler in der Klasse und drei Kinder zu Hause: Bärbel Drohmann weiß, was sie den Tag über zu tun hat. Wie viel Kraft dieses ausgefüllte Leben ohne Arme kostet, sehen ihr viele nicht an. [mehr]

    “Man hätte einiges verhindern können”

    War die Contergan-Katastrophe unvermeidbar? Was führte zur Rücknahme des Medikaments vom Markt? Auch Jahrzehnte später sind diese Fragen brisant. WDR.de stellte sie der Pharmazeutin Beate Kirk. [Interview]

    Vom Horrormittel zum Hoffnungsträger

    1961 wurde der Conterganwirkstoff Thalidomid vom Markt genommen – und erlebte kurz darauf ein Comeback. Denn die Substanz ist wirksam, wo andere Medikamente nicht helfen: bei Lepra, Aids und Krebs. Aber die Risiken bleiben. [mehr]

    Die zwei Gesichter von Thalidomid

    Der Wirkstoff Thalidomid wurde Tausenden von missgebildeten Kindern zum Verhängnis – und ist zugleich Hoffnungsträger für Leprakranke und Krebspatienten. Warum hat die Substanz zwei widersprüchliche Gesichter? [Fotos]

    Medikamentenforschung mit Tempolimit

    Aufwändige Tests und Kontrollen sollen die Arzneimittelsicherheit garantieren. Tun sie auch, sagen Experten. Und weisen darauf hin, dass sich eine Katastrophe wie Contergan doch nie ganz ausschließen lässt. [mehr]

    Hundert Jahre Gesetzeslücke

    Das erste deutsche Arzneimittelgesetz wurde 1961 beschlossen – im Jahr des Contergan-Skandals. Die Lehren aus der Katastrophe zog der Gesetzgeber aber erst 15 Jahre später. [mehr]

    Erfolgsstory mit katastrophalem Makel

    1845 kocht Andreas August Wirtz Seife. Heute beschäftigen seine Nachkommen bei Aachen weltweit mehrere Tausend Mitarbeiter. Eine glanzvolle Unternehmensgeschichte – bis die Firma Contergan vom Markt nehmen musste. [mehr]

    “Ich muss für alles kämpfen”

    Marion Dia hat weder Arme noch Hände. Die contergangeschädigte Kölnerin meistert ihren Alltag mit den Füßen – soweit das geht. Mit steigendem Alter nehmen die Einschränkungen zu. [mehr]

    Eine einzige Tablette reicht

    Wie viel Thalidomid eine Frau während der Schwangerschaft einnimmt, spielt für die Gefahr von Missbildungen am Embryo keine Rolle. Ob und wie er durch den Wirkstoff geschädigt wird, hängt vom Zeitpunkt der Einnahme ab. [mehr]

    Tragödie – Katastrophe – Skandal?

    Das Medikament Contergan verwandelte den Traum vom Schlaf ohne Nebenwirkungen in einen Albtraum. Die Chronik eines Medikamenten-Skandal und seiner Folgen. [mehr]

    Eltern mit Urteil unzufrieden

    Für Evelyn Neuenfeldt war es ein Schock, als ihr Sohn mit Missbildungen zur Welt kam. Sie und ihr Mann waren später Nebenkläger im Contergan-Prozess. Mit dem Ausgang sind sie noch immer unzufrieden. [mehr]



    .

    .

    .

    .

    Sternentaler ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.

    INTERNATIONALER FRAUENTAG

    8. März 2010  

    Die 40-jährige Anita Langmann

    Die 40-jährige Anita Langmann

    Familienmanagerin 2009, Anita Langmann (Bild: APA/Henrik Wiemer)
    INTERNATIONALER FRAUENTAG

    Reportage: Managerin ohne Spitzengehalt


    In Deutschland ist vor wenigen Wochen die Familienmanagerin des Jahres 2009 ausgezeichnet worden: Anita Langmann, eine Niederösterreicherin die es auf bemerkenswerte Weise schafft unzählige Aufgaben zu erfüllen.

    Contergan: Mit verkürzten Armen geboren

    Die 40-jährige Anita Langmann ist eine – wie jetzt auch offiziell bestätigt – exzellente Familienmanagerin.

    Seit drei Jahren hilft ihr ein Begleithund bei gewissen Tätigkeiten, die ihr durch ihre verkürzten Arme und fehlenden Daumen schwer fallen. Sie selbst ist ein Conterganopfer und wurde mit verkürzten Armen geboren.

    Aus eigenen Erfahrungen: Kraft und Stärke für die Familie getankt.

    Drei Kinder: Ein Sohn hat Down-Syndrom

    Neben ihrer Teilzeitbeschäftigung bei der BH in Melk meistert Anita Langmann ihren Alltag, die fünfköpfige Familie – und versucht, ihrem fast 17-jährigen Sohn Philip, der am Down-Syndrom leidet, die beste Ausbildung zu ermöglichen.

    Sie selbst hatte da weniger Glück. “Ich hätte gern die Modeschule in Krems besucht, die haben mich gleich abgelehnt. In St. Pölten hat die Handelsschule uns nicht einmal Aufnahmebögen geschickt.”

    Diese Erfahrungen haben Anita Langmann, nach eigenen Angaben, geprägt. “Ich habe sicher daraus gelernt und gehe vielen auf die Nerven, weil ich nicht locker lasse.” Ihr Sohn war vom Kindergarten bis zur Hauptschule in ganz normalen Klassen integriert.

    Video abspielen

    Von klein auf mit Behinderten leben lernen
    Integration ist ein wichtiges Thema für Anita Langmann. Sie engagiert sich in verschiedenen Selbsthilfegruppen.

    “Es gibt nichts besseres, als das man Menschen von klein auf kennelernen, welche Bedürfnisse bei behinderten Menschen vorherrschen und wie man untereinander umgeht”, so die Familienmanagerin des Jahres 2009.


    Zur Auszeichnung: “Hätte es nie gedacht”

    Bei so viel Iniative, kommt die Auszeichnung zur Familienmanagerin in Berlin gerade recht.

    Die dreifache Mutter zeigt sich überwältigt, “ich hätte es nie gedacht – man hat das Gefühl, dass es von den anderen auch anerkannt wird.”

    Ganz nebenbei holt Anita Langmann übrigens derzeit die Matura an der Abendschule nach.

    Quelle: http://noe.orf.at/stories/427943/

    VIDEO:

    Familienmanagerin des Jahres gewählt – kewego
    Die Österreicherin Anita Langmann ist die Gewinnerin der Initiative Familien-Managerin des Jahres. Die Entscheidung wurde am Donnerstag in berlin bekanntgegeben. Die Unternehmensgruppe Vorwerk ehrt mit dem Preis besondere Leistungen von Müttern und Vätern. Die 40-Jährige Anita Langmann managt eine fünfköpfige Familie, arbeitet als Angestellte und macht „nebenbei“ ihr Abitur nach. Außerdem engagiert sich die contergangeschädigte Österreicherin in einer Selbsthilfegruppe und fördert intensiv ihren ältesten Sohn, der mit Down-Syndrom zur Welt kam.

    Weitere Links: http://www.network-karriere.com/index.php?module=News&func=display&lang=en&sid=18141

    http://www.ots.at/presseaussendung/OBS_20100204_OBS0012

    http://www.presseportal.de/pm/19484/1556199/vorwerk_co_kg

    http://www.lisa-freundeskreis.de/projekte-und-produkttests/gewaehlt-die-familien-managerin-2009

    http://www.bunte.de/lifestyle/mut-zur-familie-familien-managerin-2009-gekuert_aid_14988.html

    http://www.morgenpost.de/berlin/leute/article1251814/Unternehmen-ehrt-Anita-Langmann.html

    http://kundendienst.orf.at/programm/fernsehen/orf2/stoeckl/90509.html#2

    Die Eltern eines conterganbehinderten Kindes erzählen “Verantwortliche kamen ungestraft davon”

    7. März 2010  

    Contergan

    > WDR.de > Contergan

    Contergan-Opfer

    Contergan-Opfer

    .

    .

    .

    .

    ..

    .

    >

    Die Eltern eines conterganbehinderten Kindes erzählen

    “Verantwortliche kamen ungestraft davon”

    Von Stefanie Hallberg

    Für Evelin Neuenfeldt war es ein Schock, als 1961 ihr Sohn mit Missbildungen zur Welt kam.

    Sie und ihr Mann waren später Nebenkläger im Contergan-Prozess. Mit dem Ausgang des Verfahrens sind sie noch immer unzufrieden.

    Evelyn Neuenfeldt 2006

    Evelin Neuenfeldt* fällte es nach wie vor schwer, über die Geburt ihres Sohnes Jürgen zu sprechen. Über die  Freude, dass nach zwei Mädchen nun ein Junge zur Welt gekommen war. Das betretene Schweigen der  Krankenschwestern. Den Schock, als sie ihr Kind auf den Bauch gelegt bekommt und sieht, dass Arme und Hände  missgebildet sind. “Ich habe geweint, geweint, geweint”, erinnert sie sich. Hinzu kam, dass niemand wusste,  warum Jürgen geschädigt war. “Nicht nur wir, auch die Ärzte tappten im Dunkeln”, erzählt die 70-Jährige. ”  Zunächst dachte niemand an Contergan.”

    .

    Gafferei und Gerede

    Zurück daheim ist die Familie mit ungewohnten Reaktionen der Umwelt konfrontiert. ”Die Leute guckten, drehten sich um und noch einmal. Die Gafferei und das Gerede waren anfangs schlimm. “Evelin Neuenfeldt hat zunächst Hemmungen, mit ihrem Baby vor die Tür zu gehen. Erst mit der Zeit gewöhnen sich die Menschen an den Anblick von Jürgens zu kurzen Armen und missgebildeten Händen.

    Verein gegründet

    Registrierung im Gesundheitsamt

    Registrierung im Gesundheitsamt

    Probleme gibt es auch bei alltäglichen Dingen wie dem Laufen lernen: Jeder Sturz ist gefährlich, da sich der Junge nicht richtig abstützen kann. Die Eltern fragen sich: Worauf müssen wir bei Hosen, Hemden, Socken, Schuhen achten, sodass sich Jürgen selbst an- und ausziehen kann? Wie schaffen wir es, dass er alleine essen kann? Fragen, die sich auch andere Betroffene im Raum Düsseldorf stellen. Über das Gesundheitsamt, das alle Contergan-Fälle dokumentiert, finden sie Kontakt. Als Jürgen anderthalb Jahre alt ist, treffen sich die Eltern von 40 Conterganbehinderten. Sie gründen den Verein “Schutzgemeinschaft für gliedmaßengeschädigte Kinder”.




    In Hotels und Gaststätten nicht willkommen

    Stadt und Verein helfen

    Stadt und Verein helfen

    Im Verein werden Erfahrungen ausgetauscht, Informationen weitergegeben, die gegenseitige Hilfe steht im Mittelpunkt. “Hier erfuhren wir, dass in Köln jemand spezielle Fahrräder für unsere Kinder bauen kann”, erzählt Wilhelm Neuenfeldt. Oder dass es eine spezielle Vorrichtung gibt, die den Kindern den Gang auf die Toilette erleichtert. Er selbst organisiert Urlaubs- und Freizeitfahrten, weil “in vielen Hotels und Gaststätten Behinderte nicht willkommen waren und Gäste sich beschwerten. Doch es kommt auch Hilfe von außen: “Das Gesundheitsamt hat sich engagiert und mit seinem Einfluss sehr geholfen. “Wir besprachen, was anstand, und die Stadt Düsseldorf reagierte.” So wird ein spezieller Kindergarten gegründet, später eine Behindertenschule.

    .

    “Wir wollten die Schuldigen bestraft sehen”

    Jürgen und eine Schwester

    Jürgen und eine Schwester

    Jürgen ist noch im Kindergarten, als die Nachricht kommt, dass Anklage gegen mehrere verantwortliche Mitarbeiter von erhoben werden soll. Als 1968 der Prozess bei Aachen eröffnet wird, befinden sich auch die Neuenfeldts unter den vielen Nebenklägern. “Wir wollten unseren Sohn finanziell abgesichert und die Schuldigen bestraft sehen”, sagt Evelin Neuenfeldt. Doch schon während des Prozesses kommen Zweifel, ob die Ziele erreicht werden. “Der Staatsanwalt hat einem manchmal leid getan, weil er gegen die geballte Kraft des Heers der Grünenthal-Verteidiger nicht ankam”, meint Wilhelm Neuenfeldt. “Auch wenn ich es nicht beweisen kann, ich hatte den Eindruck, dass auch die Politik Einfluss auf das Verfahren nahm, um eine mögliche Grünenthal-Pleite wegen hoher Opferentschädigungen zu verhindern.”

    .

    .

    Folgeerscheinungen unterschätzt

    Jürgen auf Freizeitfahrt

    Jürgen auf Freizeitfahrt

    Die Neuenfeldts sind vom Ausgang des Prozesses, der ohne Urteil eingestellt wurde, enttäuscht. “Die Verantwortlichen konnten nach Hause gehen, sich zurücklehnen und zufrieden sein. Sie kamen ungestraft davon.” Auch die der Kinder sei nicht so ausgefallen, dass sie heute davon sorgenfrei leben könnten. “Zuerst dachten wir, 100 Millionen Mark sei viel Geld. Wer konnte ahnen, dass die der Missbildungen so schwer sein würden?”

    Dass die Betroffenen auf weitere Regressansprüche verzichteten, sieht Wilhelm Neuenfeldt als Fehler an. “Zumindest den Schwerstgeschädigten hätte man die Möglichkeit einräumen sollen, ihren Fall später neu bewerten zu lassen. Aus heutiger Sicht hat Grünenthal die Sache finanziell gut überstanden.” Jürgen, der früher als technischer Zeichner arbeitete, lebt nun von einer Erwerbsunfähigkeits-, Grundsicherungs- und Conterganrente in Höhe von monatlich 545 Euro. Wegen seiner Schädigungen und den Folgeerkrankungen musste er den Beruf aufgeben.

    * Namen geändert

    Mehr zum Thema

    WDR: Der Wirkstoff, das Medikament und die Folgen
    Die Chronik der Contergan-Tragödie

    ORF TV-THEK Bürgeranwalt 27.02.20110 17:30 Uhr Nachgefragt Entschädigung für Contergan-Opfer?

    2. März 2010  

    Nachgefragt: Entschädigung für Contergan-Opfer? (13:16)

    Nachgefragt: Entschädigung für Contergan-Opfer? (13:16)

    .

    Österreich sei im internationalen Vergleich Schlusslicht, was die Höhe der Entschädigung für Contergan-Opfer betrifft, klagen die Contergan-Geschädigten. Von den hunderten Contergan-Opfern in Österreich sind viele bisher nicht oder nur unzureichend entschädigt worden. Sie gingen leer aus, weil sie weder von einer Contergan-Stiftung gewusst oder gehört hatten oder weil sie bis heute nicht als Contergan-Geschädigte anerkannt wurden.

    Die sensible Phase im Überblick Missbildungen durch Thalidomid
    Wie viel Thalidomid eine Frau während der Schwangerschaft einnimmt, spielt für den Embryo keine Rolle. Ob und wie ihn der Wirkstoff schädigt, hängt vom Zeitpunkt der Einnahme ab.

    Eine einzige Tablette kann für den Embryo gefährlich sein. Je nachdem, in welcher Phase der Schwangerschaft sie eingenommen wird, kann sie Hände und Füße schädigen, aber auch Augen, Ohren, Herz, Niere, Genitalien und Knochen. An etlichen Tagen sind sogar mehrere Schädigungen möglich.

    Bottom