Capital Wor(l)ds – Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
16. Januar 2009
Vorankündigung:
Am 31. August 2009 erscheint das Buch Capital Wor(l)ds – Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung.
Lesen Sie mehr darüber auf der Website der Autorin Sylvia Amstadt:
Leseprobe: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
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Rüttgers wünscht sich mehr Medienberichte über Behinderte
10. Januar 2009
8.1.2009
In den Mittelpunkt rücken
Rüttgers wünscht sich mehr Medienberichte über Behinderte
NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat Journalisten aufgefordert, mehr über behinderte Menschen zu berichten. Diese sollten in der öffentlichen Wahrnehmung stärker vorkommen, sagte er am Donnerstag in Köln. „Ich will, dass Menschen mit ihren ganz unterschiedlichen Behinderungen in der Mitte der Gesellschaft stehen.“ In Nordrhein-Westfalen leben 2,3 Millionen behinderte Menschen, darunter mehr als 1,6 Millionen Schwerbehinderte.
NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (©ddp)
Audiodatei: Ein Beitrag von Aurelia Plieschke: Behinderte Menschen in den Medien (8.1.2009)
Als Meilenstein bezeichnete Rüttgers die UN-Konvention über die Rechte von Behinderten, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten ist. „Sie wird dazu führen, dass Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen werden und sie wird ihre Rechte stärken“, untertrich Rüttgers. Die Medien rief er auf, die Alltagswahrnehmung zu ändern. „Sie müssen die Welt so darstellen wie sie ist: Eine Welt, in der alle wahrgenommen werden.“
Rüttgers äußerte sich auf einer Fachtagung über „Behinderte Menschen in den Medien“ der Landesregierung. Auch Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) betonte, „das Leben von Menschen mit Behinderungen muss auch in den Medien stattfinden.“ Als positive Beispiele nannte er den mehrfach preisgekrönten WDR-Film „Eine einzige Tablette“ über das Schicksal der Opfer des Schlafmittels „Contergan“ und einen ZDF-Bericht über Menschen im Wachkoma. Sie zeigten, „dass auch schwierige und sensible Themen gelingen, wenn man nur engagiert genug handelt“.
(kna)
Quelle: http://www.domradio.de/aktuell/artikel_49452.html
Bernhard Quiel unterstützt den positiven Einsatz vom Ministerpräsidenten NRW Jürgen Rüttgers
Ich kann laufen so wie Du und ich laufe auf Dich zu
9. Januar 2009
Als Ausdauersportlerin und Mama eines Sohnes mit Down-Syndrom erfuhr ich 2007 vom Marathonlauf von Simon Beresford.
Er ist Engländer, war damals 38 Jahre, hat das Down-Syndrom und ist den London Flora Marathon gelaufen.
Bis dahin war völlig unbekannt, dass Menschen mit Down-Syndrom ausdauerleistungsfähig sind.
Für Simon, dessen Familie und Verwandte alle Mitglieder im 100 Marathon Club UK sind…war das eine ganz normale Sache. Er lief schon seit Jahren und so wie bei anderen Läufern hatte er nun auch den Wunsch die 42,195km zu bewältigen.
Beieindruckt und ermutigt von dieser Leistung, fasste ich den Entschluß eine Laufsportmannschaft für Menschen mit Down-Syndrom zu gründen.
Was einer kann……können auch mehr….ganz einfach!
Ich machte mich bei der Lebenshilfe und bei Selbsthilfeorganisationen auf die Suche nach interessierten jungen Menschen und organiserte im Dezember 2007 das erste Probetraining mit 16 Sportlerinnen und Sportlern.

Los gehts ….die ersten Trainingsläufe
Unser Motto : “Ich kann laufen so wie Du und ich laufe auf Dich zu”
Unser gemeinsames Ziel:
Die Teilnahme an ganz normalen öffentlichen Wettkämpfen als Staffelmannschaft. Erstmals beim Metropolmarathon 2008.
Im Vordergrund:
Die Freude an der Bewegung, das Gemeinschaftserlebnis und ein gesundheitsbewußtes Training ohne Streß.
Wir starteten das Training nach einer bewährten Methode.
Innerhalb eines halbstündigen Walkinglaufes wurden die Joggingsequenzen allmählich gesteigert. Nach drei Monaten joggen alle Sportler durch. Danach steigerten wir die Trainingszeit nach und nach auf eine Stunde. Heute nach 13 Monaten laufen wir einmal in der Woche zwei Stunden.
Wie entwickelten sich die Sportler?
Ganz unterschiedlich! Wir haben Genußläufer, Sprinter und Ausdauersportler. Und für jeden ist Platz in der Mannschaft. Ich habe 15 ehrenamtliche Coaches, die mich unterstützen. Mittlerweile sind 20 Sportler in der Mannschaft.
Wir sind dabei über Laufpatenschaften noch mehr Marathonis die Teilnahme zu ermöglichen. Hier möchten wir insbesondere die Menschen, die in Wohnheimen der Lebenhilfe Nürnberg und Fürth leben, die Möglichkeit zum Anschluß geben.

Coach Heidi mit Marathoni Albin
2008 das Jahr der Wettkämpfe:
Unser erster Probelauf war der Fürthlauf.Hier liefen wir eine Staffel auf 10km und einer lief sogar die 10km voll durch.

Jubel nach dem Fürthlauf…es wird gerade unsere Hymne “So wie Du” gespielt. Sie können Sie auf dem Mediaplayer meiner Website anhören.
Danach der Metropolmarathon mit der Marathonstaffel und einem Läufer auf dem HM in 2.28!. Simon Beresford und 25 Sportler vom 100 Marathonclub UK waren in 2008 mit angereist und liefen wir unsere erste Marathonstaffel und Simon seinen vierten Marathon. Alles kamen gesund und sehr glücklich ins Ziel.

Simon unser Vorbild!

Jubel im Ziel beim Metropolmarathon
Die Öffentlichkeit nahm großen Anteil und so fühlte sich die ganzen Mannschaft einfach mittendrin. Es war toll.
Nun wuchs der Ehrgeiz und der Traininsfleiß der Marathonis nochmal enorm.
Wir nahmen an einigen regionalen Läufen teil…..diesmal größtenteils nicht als Staffel sondern die Marthonis bewältigten die 7,4 oder 10 km alleine.
Wir waren auch noch in Berlin und trafen dort Simon Beresford bei seinem fünften Marathon, in Baden und in München wo uns unser Freund Dietmar Mücke begleitete.
Es wurde Zeit einen eigenen Verein zu gründen:
Bisher war die Mannschaft sozusagen eine Privatinitiative der Familie Kinle. Doch einige Familien der Sportler kamen nun an ihre finanziellen und kräftemäßigen Grenzen.
Der gemeinnützige Laufclub Down-Syndrom Marathonstaffel e.V. mit dem Sitz in Fürth, unterstützt nun diese Familien.
Wir bezahlen Reisekosten, Laufschuhe, Bekleidung und dort wo eine Trainingsbegleitung durch die Familie nicht möglich ist Trainerstunden.
Außerdem hat der Verein das Ziel über die sportlichen Potentiale der Menschen mit DS aufzuklären. Wir haben Flyer gedruckt und eine Infowand, die wechselnd bei Wettkämpfen oder in Sportgeschäften ausgestellt wird.
Ist das alles nicht viel Arbeit?
Noch kein einziges Mal hatte ich den Eindruck, dass ich hier “arbeite” . Es ist eine große Freude, die Entwicklung der Sportler mitzuverfolgen. Es ist eine Bereicherung sie in Wettkämpfen zu begleiten und mit Ihnen gemeinsam ins Ziel zu kommen. Es ist ein Glück mitzuerleben wie sie sich verändern, selbsbewuster und zufriedener werden. Es schön zu sehen, wie Freundschaften geschlossen werden.
Unser Traum ist eine Teilnahme am London Marathon oder NY Marathon gemeinsam mit Simon Beresford
Und hier ist mein Sohn….der Anfang, der Grund und mein Antrieb

Mit sportlichen Grüßen!
Anita Kinle, 1. Vorstand
Laufclub
Down-Syndrom Marathonstaffel e.V.
Eichenstraße 61
90 768 Fürth
Tel. 0911 – 72 05 66
Internet: www.down-syndrom-marathonstaffel.de
Bernhard Quiel unterstützt den Verein Down-Syndrom Marathonstaffel e.V. Club 21.
Die Opfer die keiner fragt!
3. Januar 2009
Bernhard Quiel sagt: Ein weiteres Opfer der Wirtschaftskrise, der Arroganz und Willkür der Behörden und der Politik.
Trotz vieler Briefe an Behörden und Politik, wo Ihnen schwere Schicksale von Betroffenen direkt über ihre Lebenssituation berichtet wurden, hören wir nur über den Ähter der Medien von der Politik, dass alles ja nicht so schlimm sei. Wie schlimm muss es erst in diesem Land werden bis die Politik es als notwendig erachtet Menschen mit Behinderungen ein Leben in Anstand und in Würde zu ermöglichen. Hierfür kämpft Sternentaler mit all seiner Kraft um Menschen mit Behinderung den nötigen Respekt und ihre Würde zu geben.
Regionalnachrichten aus Ihrer Zeitung
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Sie weiß nicht, wie es weitergehen soll
Contergangeschädigte Frau wendet sich an Bundeskanzlerin / Großartiger Lebensmut
Contergan-Geschädigte Petra Linner vor ihrem Fahrzeug. Foto: Vollformat/Detlef Volk
Vom 03.01.2009
RÜSSELSHEIM. Einfach war das Leben von Petra Linner (47) noch nie. Als vierfach contergangeschädigter Mensch war sie immer auf die Hilfe anderer angewiesen und hat dennoch ihr Leben gemeistert. Damit ist es nun wohl dank aktiven Zutuns des Finanzamtes vorbei.
Von
Detlef Volk
Ihre logopädische Praxis musste sie im Juni vergangenen Jahres schließen, da ein Weiterbetrieb durch Pfändungen des Finanzamtes nicht mehr möglich war. Jetzt soll auch noch das Haus zwangsversteigert werden. Dabei springe für die Staatskasse bei der Zwangsversteigerung außer weiteren Kosten nichts heraus. “Das muss schon eine persönliche Sache sein”, vermutet Petra Linner im Gespräch mit der “Main-Spitze”. Dieser Umstand und die Jubelhymnen aus dem Familienministerium zur Verdopplung der Renten für Contergangeschädigte auf nun 242 bis 1090 Euro im Monat hat Petra Linner veranlasst, in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin, den Bundespräsidenten sowie weitere Personen des öffentlichen Lebens ausführlich ihre Lebensumstände zu schildern.
Denn trotz der anerkannt schweren Behinderung – Linner hat keine Beine, verkürzte Arme, Schäden an Becken, Hüfte und Wirbelsäule sowie inneren Organen und mittlerweile erhebliche Folgeschäden – hat sie nie ihren Lebensmut verloren. Aktiv setzt sie sich auch als stellvertretende Landesvorsitzende für ihre Leidensgenossen ein.
Obwohl ihre Behinderung rein körperlich ist, verursacht durch die Nebenwirkungen des Arzneimittels “Contergan” der Firma Grünenthal, werde ihr von vielen Menschen auch eine geistige Behinderung unterstellt. “Ich werde immer wieder in die Schublade der Unfähigen gesteckt”, sagt sie dazu. Dabei hat sie zwei Berufe erlernt und bis zum Konflikt mit dem Finanzsachbearbeiter vor zwei Jahren 13 Jahre lang als Logopädin in einer eigener Praxis gearbeitet. “Die Praxis sollte eigentlich meine Rente finanzieren”, erzählt sie.
Um zu expandieren, waren Rückstellungen gebildet worden. Beim Finanzamt wurde allerdings nicht an Rückstellungen geglaubt, schildert sie
Leute
die Situation. Eine Steuernachzahlung in Höhe von rund 75 000 Euro wurden 2006 komplett eingefordert, Ratenzahlung oder ein persönliches Gespräch abgelehnt. “Davon wären jetzt schon 12 000 Euro abgezahlt, so sind es mit Zinsen über 100 000 Euro”, schildert sie. Und weil die Zwangsvollstreckung angeordnet und die Zwangsinsolvenz beantragt wurde, ist es mit dem Geldverdienen seither Essig.
Auch das eigene Wohnhaus in Rüsselsheim will ihr das Finanzamt nun abnehmen. “Der Sozialneid ist in Deutschland riesengroß”, musste sie erkennen. Im Haus war nicht nur die Praxis, sondern auch die Wohnung der eigenen Familie und des bettlägerig behinderten Vaters untergebracht. Mit vielen Umbauten versehen, damit sie sich mit ihrem Rollstuhl ein wenig frei bewegen kann. Dazu gehören etwa Aufzüge, wie sie bei einer Führung durchs Haus zeigt. Wie es weiter gehen soll, wissen weder Petra Linner, noch ihr Mann Oliver und ihr Sohn. Derzeit leben sie von Sozialhilfe und auch bei der”Arge” scheint sich niemand um eine behinderte Frau kümmern zu wollen. Ihr Mann kann selbst nicht arbeiten, muss seine Frau rund um die Uhr betreuen. Selbst der Gang zur Toilette ist ohne seine Hilfe nicht möglich.
Ihre Enttäuschung über diese gesamte Entwicklung ist sehr groß. Obwohl sie für ihre Behinderung nichts könne, anders etwa wie bei einem selbstverschuldeten Unfall, gebe es kaum Hilfe. Selbst für den rund 18 000 Euro teuren Elektrorollstuhl musste regelrecht gebettelt werden.
“Für die Banken wurde ein 500 Milliarden-Euro Rettungspaket aufgelegt, die Contergan-Opfer werden mit Almosen abgespeist”, sagt sie. Dabei gehe es auch anders. In England werden 3500 Euro als monatliche Rente gezahlt, eine Verdopplung stehe an. In Italien gebe es 3900 Euro im Monat. Auch der deutsche Botschafter in London habe deutlich gezeigt, wie wenig Interesse er am Leiden seiner Landleute hat, schildert Linner ein Erlebnis. Bei einer Demonstration dort mit Teilnehmern aus ganz Europa seien alle anderen Landsleute von ihren Botschafter begrüßt worden. “Bei uns wurde nur hinter dem Vorhang rausgeguckt”, meint sie traurig.
Quelle: http://www.main-spitze.de/region/objekt.php3?artikel_id=3577399
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