Conterganopfer treffen sich zur Mahnwache vor Grünenthal
2. Oktober 2009
Contergan-Forte
Köln/Stolberg. Im Streit um Entschädigungen haben Conterganopfer für Freitagnacht eine Mahnwache vor den Werkstoren des damaligen Conterganherstellers Grünenthal und zwei weiteren Werken der Unternehmerfamilie angekündigt.
Sie fordern acht Milliarden Euro Entschädigung für die 2800 in Deutschland lebenden Opfer. Die Teilnehmer der Mahnwache wollen auch an die Markteinführung des Schlafmittels Contergan vor 52 Jahren erinnern. Der Bund Contergangeschädigter (BCG) und Grünenthalopfer kündigte für die Zeit danach jährliche Mahnwachen an.
Die Opfer bezeichnen die bisherige Entschädigung als Unrecht. «Wir zählen ab heute jedes Jahr, wo dieses Unrecht besteht», sagte der BCG-Vorsitzende Andreas Meyer. Bisher hatte es drei Mahnwachen jeweils an runden Jahrestagen gegeben.
Zum ersten Mal richtet sich die Aktion gegen die gesamte Unternehmensgruppe der Familie Wirtz. Der Familie gehört neben Grünenthal die Dalli-Gruppe, die Waschmittel und Kosmetika herstellt. Drei Stolberger Werke der Familie liegen unmittelbar nebeneinander. Bei Grünenthal und der Dalli-Gruppe gibt es identische Gesellschafter.
Mit der Mahnwache setzen die Conterganopfer ihren erweiterten Feldzug gegen die gesamte Familiengruppe fort. Vor zwei Jahren hatten offensiv agierende Opferverbände einen Boykottaufruf gegen Produkte der Gruppe gestartet. Diesen Aufruf wollen die Contergangeschädigten am Abend mit einer Kranzniederlegung bekräftigen. «Das ist eine symbolische Geste: Wir tragen die Produkte der Familie Wirtz zu Grabe», sagte Meyer.
Das Unternehmen teilte mit, Grünenthal stelle sich seiner Vergangenheit. Das Schicksal der Betroffenen sei nicht vergessen. Das Unternehmen habe das Rote Kreuz gebeten, die Teilnehmer während der Mahnwache unter anderem mit Essen, Getränken und Decken zu versorgen.
Das Schlafmittel Contergan der Firma Grünenthal hatte einen der größten Arzneimittelskandale in der deutschen Geschichte ausgelöst. Weltweit kamen rund 10.000 Kinder mit schweren körperlichen Missbildungen zur Welt, davon 5000 in Deutschland. Nach einem Vergleich mit den Opfern zahlte das Unternehmen 110 Millionen D-Mark in die Contergan-Stiftung und in diesem Jahr freiwillig weitere 50 Millionen Euro ein.
MAHNWACHE in Stolberg zum 52 Jahrestag der Markteinführung des Medikamentes Contergan am 01.10.1957
1. Oktober 2009
MAHNWACHE in Stolberg zum 52. Jahrestag der Markteinführung des Medikamentes
Einladung zur Pressekonferenz am 02.Oktober 2009 um 19:00 Uhr
Vor den Toren, entlang der Mauer bis zum Eingang der Dalli Werke und der Fa. Mäurer & Wirtz, Finkensiefstraße/ Ecke Zweifaller Strasse, demonstrieren wir!!!
Es lädt ein, Der Interessenverband Contergangeschädigter, ihre Angehörigen und Freunde Rhein Berg e.V. in Kooperation mit der ICTA und dem BCG rufen zur Mahnwache am 02.-03.10.09 in Stolberg bei Aachen auf!
In Gedenken an die Tausende die nicht überleben konnten und die bis heute überlebt haben wollen am 02. Oktober friedlich mahnen und erinnern an:
- eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte!
- den Schmerz, und das Leid, was abertausende Familien Weltweit erleiden müssen und mussten
- die vor der Geburt, direkt nach der Geburt und später Verstorbenen …
- jene, die nicht für sich selbst sprechen können
- jene, die nur noch mit hoch dosierten Schmerzmittel am Leben teilhaben können
- jene, die inzwischen ihre Mobilität aufgrund der Folgeschäden eingebüßt haben
- die Ungerechtigkeit, die wir Weltweit erfahren (haben)
Wir fordern auch, dass endlich eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte in Deutschland aufgearbeitet, die Geschichte offen gelegt und schließlich endgültig eine adäquate Lösung mit uns herbeigeführt werden muss.
So offenbart bis heute die Familie Wirtz nicht….
- die Vertriebswege von Contergan,
- nennt nicht ehrlich die Länder, in welche sie exportiert hat!!! (Wir müssen daher selber nachweisen, dass es im jeweiligen Land der Wirkstoff Thalidomid verkauft wurde, um grundsätzlich als Contergangeschädigt anerkannt zu werden.) .
Ebenso fordern wir die Politik auf, in den Koalitionsvertrag aufzunehmen, dass die Regierung es auch als ihre Aufgabe versteht, die Aufklärung, Aufarbeitung der Katastrophe und eine endgültige würdevolle Lösung (gerechte Entschädigung) mit uns voranzutreiben.
WIR HABEN NUR DIESES EINE LEBEN und
WIR WOLLEN NICHT MEHR LÄNGER WARTEN!!
Kontakt:
Interessenverband Contergangeschädigter Menschen, Ihrer Angehörigen und Freunde Rhein-Berg e.V. c/o Claudia Schmidt-Herterich (1. Vorsitzende) Bensberger Str. 139 51503 Rösrath
Telefon 02205 – 83 541 Telefax 02205 – 83 586
BCG – Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V.c/o Herr Andreas Meyer (1. Vorsitzender) Dohmengasse 7 , 50829 Köln Email: bcg-brd-dachverband@gmx.de <mailto:helvetius@netcologne.de> Webseite: www.gruenenthal-opfer.de <http://www.gruenenthal-opfer.de>
Telefon : 0221 / 9505101 Fax: 0221 / 9505102 Mobil: 0172 / 2905974
Udo Herterich Kampagnen – Sprecher/in Deutschland Internationale Contergan / Thalidomid Allianz
Bensberger Str. 139 51503 Rösrath
Telefon 02205 – 83 541 Telefax 02205 – 83 586
nc-herterud4@netcologne.de http://ictacampaign.com/
Solidarisierungen der Politik:
Bündnis90/Die Grünen: Grußwort Markus Kurth
Sternentaler unterstützt CharityKids
6. Mai 2009
Capital Wor(l)ds – Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
16. Januar 2009
Vorankündigung:
Am 31. August 2009 erscheint das Buch Capital Wor(l)ds – Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung.
Lesen Sie mehr darüber auf der Website der Autorin Sylvia Amstadt:
Leseprobe: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
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