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Conterganopfer – Requiem am 26.11.2011 in Berlin Mitte

23. November 2011  

Conterganopfer – Requiem

22.11.11
Soziales, Berlin, News

von Contergannetzwerk Deutschland e.V.

VERANSTALUNGSINFORMATION & EINLADUNG
Samstag, 26. November 2011, ab 17:30
St. Johannes­ Evangelist­ Kirche, 10117 Berlin, Auguststr. 90

Information, Andacht & Gerechtigkeitskonzert mit:
NINA HAGEN (Ehrenmitglied Contergannetzwerk Deutschland e.V.)
Afro-Gospelchor BONA DEUS – Tenor SERGEY DROBYSHEVSKIY
SABINE ROTHERMUND & GALINA LAUTERBACH

CORIENTAL – orientalischer Lichtertanz am Flügel: Boris Cepeda
17.30 Uhr 18.15 Uhr – 19.00 Uhr Beginn / Informationen zum Thema Andacht mit Pfarrer Kösling Konzert: Gerechtigkeit für die Conterganopfer
Jeder ist herzlich Willkommen!

Anlass für die Gedenkveranstaltung ist der Contergan–Skandal, der über 10.000 geschädigte Opfer hinterließ. Die Marktrücknahme des Medikaments jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal. Tausende Tote sind zu beklagen und wir blicken auf 50 Jahre Leid von schwerstgeschädigten Menschen, meist ohne Arme und/oder ohne Beine, manche ohne jegliche Gliedmaßen.

Aufgrund der Behinde­rungen konnten viele der Überlebenden keiner Arbeit nachgehen und verständlich auch, dass sich im zunehmenden Alter durch jahrelange Fehlbelastungen schwere Folgeschäden einstellen! Noch immer kämpfen die ca. 2.800 überlebenden Opfer um angemessene Entschädigung, Aner­kennung und Leistungen. Sie fordern ein selbstbestimmtes Leben und die dazu nötige Hilfe.

      ..

Die Klageschrift des Contergannetzwerk Deutschland ist seit August 2010 beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg eingereicht. Die deutschen staatlichen Instanzen und die Politik haben durchweg versagt: verspätete Rücknahme von Contergan vom Markt / Entscheidung über den Ausschluss der Ansprüche der Opfer gegenüber der Herstellerfirma Grünenthal nach Zahlung einer einmaligen Summe / das Bundesversorgungsgesetz greift nicht für Contergangeschädigte.

Erst der Fernsehfilm „Eine einzige Tablette“ (Deutscher Fernsehpreis, Ehrenbambi, Bayer. Film-preis, ua.) löste im Juli 2008 soviel Empörung und damit Druck auf die Politik aus, dass diese eilig die Renten von monatlich 545 Euro verdoppelte. Die Pflegekosten für eine Person ohne Gliedma­ßen betragen aber rund 12.000 Euro im Monat. Weitere Informationen finden Sie auf der Conter­gannetzwerk-Website.

Wir bedanken uns sehr bei allen ohne Gage teilnehmenden Künstlern für diese grandiose Unterstützung – und wir wünschen und hoffen, dass wir mit unserer Gedenkveranstaltung auch in den Medien und bei den politischen Parteien wahrgenommen werden!

Eintrittskarten:
Eintrittspreis 10.- Euro – kann online gebucht werden / Abendkasse ab 16.30h
Tickets:
visitberlin.de/de/event/conterganopfer-requiem oder an der Abendkasse
Kartenvorverkauf:
https://www.hekticket.de/hekticket/.bin/index.cgi?tid=2065161111261730
Parken:
Oranienburger Str. gegenüber Ecke/Oranienburgerstr./Auguststr..

http://www.contergannetzwerk.de

Quelle: http://www.scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=19936&tx_ttnews[backPid]=7&cHash=fc52d8afa9

VON: CONTERGANNETZWERK DEUTSCHLAND E.V.

Conterganopfer wollen Forderungen effektiver durchsetzen!

4. Januar 2011  

Conterganopfer wollen Forderungen effektiver durchsetzen

Pünktlich zum Jahreswechsel vereinbarten die Vorsitzenden bzw. Sprecher des Bundes Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG), des CND – Contergannetzwerkes Deutschland e.V., der Internationale Contergan und Thalidomid Allianz (I.C.T.A.), und des Untersuchungsausschusses Conterganverbrechen (U.A.C.), Udo Herterich (Sprecher der I.C.T.A. / Deutschland), Andreas Meyer (1. Vors. des BCG), Stephan Nuding (Sprecher des U.A.C.und Christian Stürmer (1.Vors. des CND) die gemeinsamen Eckpunkte zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft. Die Arbeitsgemeinschaft gibt sich den Namen “Conterganopfer-Aufbruch 2011” und erklärt für das Jahr 2011:


Contergan Opfer-Aufbruch 2011

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«Wir sind uns einig,
dass wir keinen Keil mehr zwischen uns treiben lassen», hieß es in einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. «Wir wollen laut werden», sagte Christian Stürmer, Vorsitzender des Contergannetzwerkes Deutschland (CND) in Ostfildern.
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Wir Geschädigten leiden immer noch an den Folgen:

Der Contergan-Skandal war einer der größten Arzneimittelskandale in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Firma Grünenthal hatte das Beruhigungsmittel Contergan im Oktober 1957 auf den Markt gebracht. Das Medikament verursachte Missbildungen bei Neugeborenen. Im November 1961 wurde das Schlafmittel vom Markt genommen. Zwischen 1958 und 1962 werden allein in Deutschland etwa 4.000 Kinder mit Missbildungen geboren, von denen 2.750 leben.

  • BCG, CND, I.C.T.A. und U.A.C. repräsentieren gemeinsam die große Mehrheit der Conterganopfer in Deutschland. Dementsprechend hat diese Arbeitsgemeinschaft jede Legitimation im Namen der Betroffenen Verhandlungen zu führen, Stellungnahmen abzugeben oder Vereinbarungen zu treffen. Wir fordern die Bundesregierung, die Grünenthaleigentümer-Familie Wirtz, das Wirtz-Konsortium und den Bundesverband auf, dieser Tatsache Rechnung zu tragen.
  • Die Arbeitsgemeinschaft gibt sich den Namen: “Conterganopfer-Aufbruch 2011″. Sie wird durch die Sprecher, bzw. Vorsitzenden der Mitgliedervereine, bzw. Gruppen (im Einstimmigkeitsprinzip) gemeinsam vertreten.
  • Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft werden, bei Beibehaltung der Unabhängigkeit der einzelnen Verbände und Gruppen sowie deren Forderungen, miteinander kooperieren. “Wir sind uns einig, dass wir keinen Keil mehr zwischen und treiben lassen”.
  • Als gemeinsame Mindestforderung einigte sich die Arbeitsgemeinschaft darauf, dass die Grünenthaleigentümer-Familie Wirtz mit ihrem gesamten Firmenkonsortium und die Bundesrepublik Deutschland in Gesamtschuldnerhaftung (also beide bis zur Erfüllung der gesamten Forderungen der Arbeitsgemeinschaft) so Schadensersatz leisten sollen, wie dies unter normalen zivilrechtlichen – (und schon lange öffentlich – rechtlichen) Haftungsmaßstäben üblich ist. Das bedeutet: Vollständiger Ausgleich aller Schäden, insbesondere des Erwerbsschadens (Verlust an Einkommen), Rentenschäden, Gesundheitsschäden etc. und ein entsprechendes Schmerzensgeld.
  • Die Arbeitsgemeinschaft “Conterganopfer – Aufbruch 2011″ fordert die Bundesregierung, das Wirtz-Konsortium und deren Eigentümer- familie Wirtz zur sofortigen Aufnahme von Gesprächen auf, die eine gerechte Regelung der berechtigten Ansprüche der Conterganopfer zum Ziel haben.
  • Die Arbeitsgemeinschaft fordert die Bundesregierung auf, endlich ihren fürsorglichen Pflichten den Conterganopfern nachzukommen und dafür zu sorgen, dass das Wirtz-Konsortium; einschließlich der Firma Grünenthal und ihrer Eigentümer, mit ihrem gesamten Vermögen für den angerichteten Schaden einsteht.
  • Die Arbeitsgemeinschaft fordert weiter eine Verschärfung des Arzneimittelgesetzes, insoweit die Herstellung und der Vertrieb von Arzneimitteln an eine gesetzliche Bedingung der Zuverlässigkeit geknüpft wird, die entfällt, wenn das entsprechende Unternehmen nicht von ihm angerichtete Schäden ausgleicht. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft erklären hierzu: “Es ist unerträglich, dass Pharma-Unternehmen ,wenn sie Schäden angerichtet haben, einfach weitermachen wie zuvor! Das ist gegenüber möglicherweise weiteren Opfern eine nicht zu akzeptierende Regelungslücke des Gesetzgebers. Verantwortungslosen pharmazeutischen Unternehmen gehört “das Handwerk gelegt”!

Historie

März 1971:
In Los Angeles wird ein Schadensersatzprozess gegen Richardson-Merrell eröffnet, der als einziger weltweit mit einem Urteil endet. Das Gericht spricht der Mutter einer contergangeschädigten Tochter 250.000, dem Kind selbst 2,5 Millionen Dollar Entschädigung zu. Noch bevor über einen Antrag auf Berufung entschieden werden kann, einigen sich beide Parteien auf einen Vergleich.

Contergan-Prozess vor 40 Jahren eingestellt – weiter Protest Von Elke Silberer (dpa)

12. Dezember 2010  

Contergan-Prozess vor 40 Jahren eingestellt – weiter Protest    Von Elke Silberer, dpa

12.12.2010 01:30

Contergan – Es gibt keinen verurteilten Schuldigen und keine
Sühne.
Vor 40 Jahren wurde der Strafprozess gegen Grünenthal
eingestellt. Contergan-Opfer leiden bis heute darunter.

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Aachen (dpa) – Die Stimmung ist geladen, höchst feindselig. Auf

1968 Alsdorf bei Aachen der Contergan-Prozessder Anklagebank sitzen der Chef und acht Beschäftigte der Firma
Grünenthal, ihnen gegenüber drei Staatsanwälte. Im Mai 1968 beginnt
mit dem Contergan-Prozess eines der größten deutschen Strafverfahren.
Gut zwei Jahre später, am 18. Dezember 1970, wird das Verfahren
eingestellt. Im Gegenzug verpflichtet sich Grünenthal zur Zahlung von
100 Millionen D-Mark plus Zinsen für die missgebildeten Kinder. Die
Opfer bewerten das rückblickend als verhängnisvolle Entscheidung.

Contergan forte-01Contergan löste einen der größten Arzneimittelskandale aus.
Weltweit kamen 10 000 Kinder mit schweren körperlichen Missbildungen
zur Welt, davon 5000 in Deutschland. Bei Erwachsenen verursachte
Contergan eine Nervenschädigung (Polyneuritis).

Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung fragte ein Neurologe
1959 bei Grünenthal an, ob der Contergan-Wirkstoff Thalidomid zu
Nervenschädigungen führen kann. Im selben Jahr weist ein Gynäkologe
einen Außendienstler von Grünenthal darauf hin, dass er Missbildungen
seines Sohnes mit Thalidomid in Verbindung bringt. Im November 1961
nimmt Grünenthal die Präparate aus dem Handel. Fast sieben Jahre
später beginnt der Strafprozess gegen die Mitarbeiter.

Hans Helmut Günter (76) war damals junger Staatsanwalt in dem
Verfahren. Es habe keine Alternativen zur Einstellung des Prozesses
gegeben, sagt er im Wohnzimmer seines Hauses in Aachen – vor sich auf
dem Tisch die vergilbte Anklageschrift, Aktenzeichen 4 JS 987 61:
Vorwurf der fahrlässigen und vorsätzlichen Körperverletzung sowie
fahrlässige Tötung gegen neun Angeklagte aus dem Unternehmen.

Der Prozess war zäh, ein Ende nicht in Sicht. Fraglich war auch,

ob es am Ende überhaupt noch einen verhandlungsfähigen Angeklagten
gegeben hätte. Nach und nach waren vier krank geworden – zuletzt
saßen nur noch fünf im Gerichtssaal. «Wenn alle Angeklagten
ausgeschieden wären, wäre der Prozess geplatzt», erinnert sich
Günter. In dieser Phase beantragte Grünenthal die Einstellung des
Verfahrens.
Die Staatsanwälte handelten mit dem Unternehmen die
Konditionen aus. Die Gespräche gingen manchmal bis tief in die Nacht.

Es ging um Geld. «Es war ein zentraler Punkt, wie viel die Kinder
bekommen. Bei zehn Millionen Mark hätten wir nie Ja gesagt», erzählt

Günter. Bei 100 Millionen plus Zinsen wurde der Deal besiegelt. «100
Millionen waren damals eine Menge Geld.» Weitere 100 Millionen kamen
vom Bund. «Damals sind wir davon ausgegangen, dass die Kinder eine
kürzere Lebenserwartung haben. Heute wissen wir, die werden so alt
wie wir», sagt der Jurist. Das Unternehmen schreibt dazu auf seiner
Internet-Seite: «Grünenthal zahlte freiwillig eine Summe von 114
Millionen DM in die Stiftung “Hilfswerk für behinderte Kinder” ein.»

Das Geld ist längst aufgebraucht. Die Contergan-Stiftung zahlte

nach eigenen Angaben bis Ende 2008 rund 460 Millionen Euro aus. Vom
Hersteller kam mit den umgerechnet 51 Millionen Euro von damals nur
ein Bruchteil. Der Rest sind Steuermittel. Im vergangenen Jahr
leistete Grünenthal noch mal eine «Sonderzahlung» über 50 Millionen

Euro.

«Es wäre wichtig gewesen, wenn es zu einer Verurteilung gekommen
wäre», sagt

Andreas Meyer Bild (dpa)

Contergan-Opfer Andreas Meyer und spricht damit vielen
Betroffenen aus der Seele. Meyer kämpft seit Jahrzehnten erbittert um
Entschädigungen mittlerweile in Milliardenhöhe. Diesen Kampf führt
der Mann im Rollstuhl mit Demonstrationen und Boykottaufrufen.

Deutsche Contergan-Opfer dürfen laut Gesetz nicht gegen Grünenthal klagen.

Eine Folge aus dem Stiftungsgesetz, das die Zahlung der

Contergan-Millionen an die Behinderten regelt. Damit erloschen
automatisch alle potenziellen Ansprüche von Opfern gegen die Firma.
Meyer spricht von «Generalenteignung».

Christian-StürmerAuch für Christian Stürmer vom Contergan-Netzwerk ist das der
eigentliche Skandal – und nicht die Einstellung des Verfahrens. Wegen
dieser gesetzlichen Regelung hat auch nie ein deutsches Gericht über
mögliche Schadensersatzansprüche von Contergan-Opfern entschieden.
Das Netzwerk hat dagegen vor dem Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte geklagt.

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# Notizblock

## Redaktioneller Hinweis:
- Es folgt ein Hintergrund zum Einstellungsbeschluss

## Internet
- [Grünenthal zu Contergan](http://dpaq.de/oW007)

Quelle: http://www.krankenkassen.de/dpa/180537.html

Und das wird die Zukunft sein für den grössten Teil der Contergan-Opfer,

Contergan-Opfer zum betteln gezwungen-01

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wenn unsere deutsche Schutzmacht nicht bald aufwacht. Die meisten der ca. 2752 bis heute noch lebenden Contergan-Opfer

werden in bitterster Armut leben müssen, da Sie selbst durch Ihre schwersten Behinderungen nie einen

Beruf erlernen konnten, geschweige denn einen Schulabschluss erlagen konnten.

Hinzu kommt noch, dass Ihre Eltern, von denen Sie jahrzehntelang aufopferungsvoll gepflegt und versorgt wurden,

langsam aber sich wegsterben. Was den Eltern der sogenannten Contergan-Kinder Jahrzehnte von dem Schädiger

Grünenthal und der mitverantwortlichen Staatsmacht abverlangt wurde, ist schier unmenschlich.

Die heute Regierenden sind aufgefordert schnellstmögliche Abhilfe zu schaffen, es geht nicht an, die Verursacher

zu schützen und die Opfer zu quälen. Jeder Tag ohne eine angemessene Versorgung, die ein Leben mit Teilhabe und

eine menschenwürdige Pflegeversorgung garantiert ist einfach gesagt nicht hinnehmbar.

Contergan-Geschädigte fordern ausreichende Entschädigung

29. November 2010  

Contergan-Geschädigte fordern ausreichende Entschädigung

Köln (epd). Die Teilnehmer der Europäischen Konferenz der Thalidomid- und Contergan-Geschädigten haben an die Pharma-Firma Grünenthal und Regierungen weltweit appelliert, ausreichende Entschädigungen zu leisten. Vertreter von Opferverbänden aus Schweden, Italien, Österreich, England, Kanada, Irland, den Niederlanden, Spanien, Norwegen, Belgien und Deutschland waren am Samstag der Einladung des Interessenverbandes Contergan-Geschädigter NRW nach Köln gefolgt, um über die weltweit sehr unterschiedlichen Leistungen der Sozialsysteme für die Opfer zu sprechen.

Udo Herterich, Vorsitzender des Interessenverbandes Contergan-Geschädigter NRW, sagte, für die etwa 2.500 Thalidomidopfer in Deutschland würden maximal 1.116 Euro pro Monat als Unterstützung gezahlt. Herterich schätzt die Entschädigungssumme für entgangene Lebensfreude, geringere Einkommen und Renten auf eine Millionen Euro pro Person: “Sind wir denn weniger wert als die Geschädigten in England?”

Mikey Argy berichtete aus England, wo monatliche Renten zwischen 3.500 und 5.000 Euro je nach Schwere der Behinderung gezahlt werden. Sie betrachte ihr Engagement für Opfer in England auch als eine Kampagne für die, die noch im Mutterleib an den Wirkungen des Medikaments gestorben seien. “Für uns, die wir leben, fordere ich Gerechtigkeit, Würde und Entschädigung für alle.”

“Kompliziert ist die Situation bei uns in Italien”, berichtete Nadia Malavasi. Die Firma Grünenthal sage, sie habe in Italien niemals Lizenzen für Thalidomid vergeben. Tatsächlich hätten aber vor rund 50 Jahren acht Firmen in Italien 16 Medikamente mit dem Wirkstoff vertrieben, sagte Malavasi. Der italienische Verband der Thalidomidopfer hat 330 Mitglieder. Dort zahlt die Regierung den Angaben nach bis zu 4.010 Euro pro Monat. “Die haben gesagt, wir helfen Euch, schuldig sind wir aber nicht”, sagte Malavasi.

Fiona Cassidy aus Irland kritisiert die damalige irische Regierung. Der sei die Gefährlichkeit des Wirkstoffs Thalidomid bekannt gewesen, habe aber Schwangere aus Angst vor Abtreibungen nicht gewarnt. “Deshalb haben die sieben Monate nichts gesagt und das Präparat so lange nicht vom Markt genommen.”

Michaela Moik aus Österreich berichtete, dass in ihrem Land die Thalidomidopfer lange aus dem Bewusstsein verdrängt worden seien. “Deshalb kennt sich in Österreich auch kein Arzt mit Contergan-Geschädigten aus.” 2,8 Millionen Euro habe die Regierung als Gesamt-Entschädigung versprochen, bisher hätten sich 66 Opfer gemeldet.

Die Stolberger Pharmafirma Grünenthal hatte 1957 das Schlafmittel Contergan mit dem Wirkstoff Thalidomid, nach dessen Einnahme Tausende Frauen missgebildete Kinder bekamen, auf den Markt gebracht. 1961 wurde das Mittel vom Markt genommen. Die über 2.000 Contergan-Opfer in Deutschland erhalten Rentenzahlungen aus der Contergan-Stiftung des Bundes, an der sich die Pharma-Firma Grünenthal 1970 und 2009 jeweils mit 50 Millionen Euro beteiligte.

Internet: www.gruenenthal-opfer.de

epd-West fri

Quelle: http://www.epd.de/west_index_82637.html

Conterganopfer zum Betteln gezwungen….

25. Oktober 2010  

Ein Leben mit Contergan

Bochum. Edgar (49) hat schon sein Leben lang mit einer Behinderung zu kämpfen. Seine Arme sind dank Contergan verkrüppelt. Jetzt wirbt er mit einem Schild in der Fußgängerzone um Unterstützung:

„Ich bitte um eine Spende – Danke!“

Mit viel Geschick fischt Edgar das Feuerzeug aus der Tasche. Er dreht es zwischen seinen verkrüppelten Fingern, knipst zweimal. Dann brennt die Zigarette in seinen Mundwinkeln. „Ein Sturmfeuerzeug“, sagt der 49-Jährige.

Er braucht’s. Steht er doch bei Wind und Wetter in der Fußgängerzone. Was er will, weiß jeder sofort: „Ich bitte um eine Spende“, steht auf dem Schild, das Edgar um den Hals trägt. Und: „Danke!“

Das Schicksal des gebürtigen Kasslers ist auf den ersten Blick zu erkennen. Seine Hände und Arme sind verkümmert. „Contergan“, sagt er. Die Mutter nahm vor 50 Jahren in der Schwangerschaft das Schlafmittel. Der Säugling kam behindert zurWelt. Die Behinderung bringt ihm jetzt eine monatliche Rente von 1000 Euro ein. Dafür muss das Pharma-Unternehmen Grünenthal aufkommen.

Edgar zuckt mit den Schultern. Das Geld helfe ihm kaum, über die lebenslange Behinderung hinweg. Er erinnert sich: „Ich wurde von Kindheit an gepiesackt.“ Man glaubt ihm gerne, wenn er sagt, dass er eigentlich von Anfang an kaum eine berufliche Perspektive hatte, keine Chance zum Aufstieg. Nach der Schulzeit auf dem Behinderteninternat habe er eine Lehre als Maschinenbauer gemacht. „Direkt danach war ich dann arbeitslos.“

Von den 1000 Euro finanziere er sich eine kleine Wohnung. Das Geld reiche für Miete, Nebenkosten und ein paar Lebensmittel. Mehr sei nicht drin, seit er keine Unterstützung von der Arge mehr bekomme. „Die wollten mich arbeiten schicken“, sagt er. Die Job-Agentur habe ihm einen Posten als Nachwächter in Frankfurt angeboten. „Wie soll ich denn dort hinkommen?“

Das Schild helfe ihm beim Betteln weiter. Edgar zögert: „Es bringt etwas mehr.“ Es sei aber nicht viel, was so im Laufe eines Tages zusammenkomme. „7,40 Euro waren es gestern.“ Mehr sei nicht drin.

Seit zwei Jahren stehe er jetzt hier auf der Straße. Edgar wandert auf und ab. Mal steht er vor der Drehscheibe, mal vor dem Schuhgeschäft an der Kortumstraße. Eine Frau greift Edgar von hinten über die Schulter und steckt etwas in die Büchse. Nicht alle Menschen seien so freundlich, sagt er. „Ich bin schon oft beschimpft worden.“

Wenn der Arbeitstag auf der Straße vorbei ist, dann gehe er nach Hause. Er versorge sich selbst. „Alles“, sagt er. Viel Freizeitprogramm habe er nicht. „Radio hören, was essen und danach Geschirr spülen. Ab und zu mache er etwas mit Freunden. „Ich bin nur froh, dass ich ein Dach über dem Kopf habe.“

Die Hoffnung auf einen Job sei noch nicht dahin. Er kommt auf den Nachtwächterberuf zurück. Das sei aber für ihn hier in der Region wohl aussichtslos. „Die nehmen heute alle Rentner. Die sind billiger.“

Auch mit Grünenthal hat Edgar noch nicht seinen Frieden gemacht. „Die könnten mehr zahlen, dann bräuchten wir nicht hier ‘rumzulaufen.“

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/bochum/Ein-Leben-mit-Contergan-id3533261.html

Contergannetzwerk Link

25. September 2010  

Contergannetzwerk

Contergannetzwerk

Auf dieser Seite finden sich profunde Informationen rund um das Thema Contergan – Hintergründe, Sachstände, Schicksale, Diskus­sionen, spezifische Fachportale zum Thema Gesundheit und Recht !!

“Europa hängt schief, wie Grünenthal! Gleiche Abfindung! Überall!”

1. Juni 2010  

Europa hängt schief, wie Grünenthal!  Gleiche Abfindung! Überall! 1/2

Europa hängt schief, wie Grünenthal!  Gleiche Abfindung! Überall! 2/2

Europa hängt schief, wie Grünenthal! Gleiche Abfindung! Überall!

alt : Link

Quelle: http://www.kuhle-wampe-mc-quadrat.de/aktuell/?hist&show=20
http://www.i-c-t-a.org/aktuell/

http://www.i-c-t-a.org/fotostrecke/?dir=0000
http://www.kuhle-wampe-mc-quadrat.de/aktuell/?hist&show=18

EUROPA HÄNGT SCHIEF

Pünktlich zum “Bad in der Menge” auf dem Marktplatz Aachens schaltete sich ein akustischer “Whirlpool” ein: aus mindestens 15 Kehlen ertönte unüberhörbar eine Viertelstunde lang ca.150 mal:

“Europa hängt schief, wie Grünenthal!
Gleiche Abfindung! Überall!”

Im Hintergrund stand gut einsehbar für die Promis die schiefe Grünenthal-Contergan-Waage mit hunderten Schaulustigen drumherum, die über Flugblätter gut informiert waren, worum es hier ging.
Daß nämlich Michael Wirtz von der Firma Grünenthal im Karlpreis-Direktorium sitzt und Europa feiert, während die Contergan-Opfer europaweit höchst unterschiedlich und ohne Ausnahme viel zu schlecht abgefunden werden.
Daß zum Beispiel die Betroffenen in Spanien bis heute keinen Cent erhalten haben, weil sich Grünenthal bis heute hinter der Lüge des Faschisten Franco versteckt, es habe in Spanien kein Contergan gegeben.

Die anschließende Demo zum Landgericht, dem Kennedypark und dem Werk Grünenthal war dann sozusagen das Sahnehäubchen obendrauf.
Eingerahmt von zwei Polizeifahrzeugen fuhr der Feuerwehr-Transit mit der Waage auf dem Anhänger voraus und die gut behängte große Feuerwehr hinterdrein. Dazwischen sehr relaxed und souverän unsere kleine aber sehr, sehr feine Gruppe von ca. 20 Betroffenen und Symphis.

Kann man mehr von einem 13. Mai erwarten, der mit knapp 5 Grad Celsius begonnen und ausnahmsweise den Regen mal kurz eingestellt hatte?

Ich finde: NEIN!

Von Nord (Borken), Süd (München) und Ost (Dortmund, Bochum) brachten wir mehrere Tausend Kilometer Anfahrts-Strecke zusammen und vertraten damit bundesweit einige tausend Betroffene, die gerne dabei gewesen wären, aber aus den verschiedensten Gründen nicht gekonnt hatten.
Und es waren aus diesen Richtungen nicht nur die Personen, sondern mit ihnen auch Plakate, Nudelsalate, Frikadellen, heißer Kaffee, etc. angereist.
Wie gesagt: eine sehr, sehr feine Gruppe, die eine Menge Perspektive für die Zukunft bietet.

Zum Beispiel zum Internationalen CHIO in Aachen.

Auch hier baden sich die Grünenthaler gerne in der “High Society” bzw. “haute volée” Aachens und werden sehr ungern daran erinnert, daß doch Contergan “zu ihrer Firmengeschichte gehört”, wie sie durchaus selbstkritisch, aber äußerst versteckt, auf ihrer eigenen Homepage vermerken.

Von dieser Homepage (grunenthal.com) kommen seit Himmelfahrt täglich 10 bis 20 Besucher auf unsere Homepage. Ob es Michael Wirtz persönlich ist oder “nur” seine Werbe-Manager sei dahingestellt. Aber es macht Mut und Hoffnung. Schließlich fängt ein vernünftiger Dialog nicht ohne “Zuhören” an.

Dieser Himmelfahrtstag hat eine Menge bewegt.

Zunächst einmal uns selber, die wir vor einem halben Jahr mit den Vorbereitungen angefangen hatten und im Verlaufe dessen unschätzbare Erfahrungen gemacht haben. Allein die Anmeldung dieser “Versammlung” war ein Erlebnis der besonderen Art. Selten soviel Sympathie und gleichzeitig Stolpersteine zwischen die Beine geworfen bekommen.
Das Größte an dieser Aktion war dann am Tag selber die Truppe, die trotz Kälte und Regen im äußersten Westen der Republik zusammengekommen ist. Auf die kann man sich verlassen. Bei denen weiß man, woran man ist. Die haben Biss und wissen ihre Mitbetroffenen solidarisch zu vertreten.
Viele haben uns zugemailt, daß sie liebend gerne gekommen wären, aber hunderte Kilometer, Kosten, Termine und nicht zuletzt auch fehlende Gesundheit im Wege standen.
Vielen, vielen Dank all denen! Wir haben gerne, wirklich gerne für Euch mit demonstriert und werden dies auch beim nächsten Mal genauso wieder tun.

Wir werden nun schauen, daß sich der Aufwand mit der Waage noch eine Weile weiter lohnt. Mit anderen Worten: wir werden mit dem Anhänger noch eine Weile in der Stadt rumfahren und ihn vor Grünenthal und an anderen passenden Plätzen abstellen.
Dies werden wir natürlich nicht “unbewacht” machen können, sonst ist die Waage plötzlich so lädiert wie Grünenthal.

Viele Grüße und nochmal vielen Dank

Moni und Rainer

Menschenkette Berlin 5. Mai 2010 (Contergan Demo Berlin)

17. Mai 2010  

Menschenkette am 05. Mai 2010 in Berlin vom Brandenburger Tor zum Reichstag. Zum Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Müssen sie sich erst kreuzigen?

10. Mai 2010  

Dokumentarfilm über die spanischen Contergangeschädigten. Kampf für Gerechtigkeit und Entschädigung mit den britischen Contergan-Opfer.

Gleichstellung für alle! UN-Behindertenrechtskonvention

8. Mai 2010  

Gleichstellung für alle
Anlässlich des Europäischen Protesttages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen haben diverse Verbände, Vereine, aber auch Einzelpersonen am Mittwoch eine Menschenkette gebildet.

 

Unter dem Motto „Inklusion – Dabei sein von Anfang an“ wurde ein Licht weitergegeben und so symbolisch das Brandenburger Tor mit dem Deutschen Bundestag verbunden. Ziel der Aktion war es, der Politik den Weg zur Inklusion, also zur gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung, zu weisen. So forderten die Teilnehmer unter anderem, die UN-Behindertenrechtskonvention rasch umzusetzen und ein umfassendes Diskriminierungsverbot.

 

Mittwoch, den 05.Mai 2010

Mittwoch, den 05.Mai 2010

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