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Contergan-Opfer sollen höhere Entschädigungen erhalten

16. November 2008

Contergan-Opfer sollen höhere Entschädigungen erhalten

13. November 2008

Die Contergan-Opfer sollen künftig eine höhere Entschädigung erhalten. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf wollen SPD und CDU im Parlament einbringen. Begründet wird die Erhöhung der Entschädigung durch die Langzeitfolgen, mit denen die Opfer auch Jahrzehnte nach Aufkommen des Skandals noch zu kämpfen haben.

Contergan forte

Contergan forte

Berlin – Der Bundesverband Contergeschädigter hat die von den
Koalitionsfraktionen angekündigten neuen Sonderzahlungen für
Contergan-Opfer begrüßt. «Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg,
unsere Forderungen zu erfüllen», sagte die stellvertretende
Vorsitzende des Verbandes Maria Woll am Donnerstag auf ddp-Anfrage. Zwar sei der Verband noch nicht offiziell über die Details der Gesetzesänderung informiert worden. Dennoch werte sie die von SPD und CDU/CSU angekündigten neuen Bezüge von 3000 Euro jährlich für Contergan-Geschädigte als gutes Zeichen, sagte Woll.

Ab 2009 sollen Betroffene zusätzlich zu bestehenden Bezügen rund 3000 Euro jährlich bekommen können, wie die stellvertretenden Fraktionschefinnen Christel Humme (SPD) und Ilse Falk (CDU) am Donnerstagankündigten. Sie wollen in den nächsten Wochen einen entsprechenden Entwurf zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes in das Parlament einbringen.

Bund und Grünenthal teilen sich die Kosten

Mit den bestehenden Entschädigungen und den neuen, zusätzlichen Sonderzahlungen sollen Schwerstgeschädigte ab 2009 rund 16.000 Euro pro Jahr erhalten können. Das Geld soll zur Tilgung der Kosten dienen, die Sozialversicherungen nicht übernehmen. Die zusätzlichen Kosten der Sonderzahlungen werden den Angaben zufolge aus dem Vermögen der Conterganstiftung aufgebracht, an dem sich der Bund und die Firma Grünenthal mit jeweils 50 Millionen Euro beteiligen.

Bereits zum 1. Juli 2008 hatte der Bund die monatlichen Entschädigungen für Contergan-Opfer von bis dahin 545 Euro auf 1090 Euro erhöht. Die Aufstockung der Leistungen sei nötig geworden, weil sich 50 Jahre nach dem Medikamentenskandal die Langzeitfolgen der Missbildungen zeigen, erklärten Humme und Falk. Jahrelange Fehlbelastungen von Wirbelsäule, Gelenken und Muskulatur würden schmerzhafte Folgeschäden für die Betroffenen nach sich ziehen. Conterganopfer hätten sich trotz ihrer Behinderungen “in
bewundernswerter Weise” ihren Platz im Berufs- und Privatleben mit großem Engagement und Selbstbewusstsein erkämpft, sagten die Politikerinnen. Sie würden der Lebensleistung contergangeschädigter Menschen “mit hoher Anerkennung und größtem Respekt” begegnen, erklärten Humme und Falk.

Hungerstreik für Entschädigungszahlungen

Im September waren drei Contergan-Geschädigte in Bergisch-Gladbach für mehrere Wochen in den Hungerstreik getreten. Sie wollten höhere Entschädigungszahlungen von maximal 3290 Euro und eine Einmalzahlung von einer Million Euro pro Opfer durchsetzen.

Die Firma Grünenthal, die das für Missbildungen verantwortliche Medikament Contergan 1957 auf den Markt gebracht hatte, reagierte auf den Streik mit einem Brief, in dem sie die Hungerstreikenden zur Beendigung ihrer Aktion aufforderte. “Grünenthal bedauert sehr, dass den Betroffenen und ihren Familien Leid durch Contergan entstanden ist”, hieß es in dem Schreiben des Unternehmens.

Grünenthal wies darauf hin, dass die Renten der Contergan-Betroffenen zum 1. Juli von der Bundesregierung verdoppelt wurden. Die Firma habe sich zudem freiwillig bereiterklärt, erneut einen Betrag von 50 Millionen Euro “zur Verbesserung der persönlichen Situation der Betroffenen” zu leisten. Ein Sprecher der Gruppe nannte den Brief von Grünenthal seinerzeit “nichtssagend”. (ddp)

Quelle: http://gesundheitsnews.imedo.de/news/106220-contergan-opfer-sollen-hohere-entschadigungen-erhalten

1 Kommentar zu “Contergan-Opfer sollen höhere Entschädigungen erhalten”

  1. Beate Böhm on 01.07.2010 20:15

    Es ist doch lächerlich mit welchen Summen wir von der Firma Grünenthal abgespeist werden. Diese jährliche Einmalzahlung hilft doch keinem von uns, denn was kann man mit dem Kleckerbetrag schon leisten? Hilfsmittel oder andere Sachen sind teurer. Es wird aller höchste Zeit, dass die Firma Grünenthal endlich zu dem Conterganskandal steht und uns entsprechend entschädigt. Die Familie Wirtz erkauft sich aber lieber ein gutes Gewissen, indem man uns mal wieder etwas Geld vor die Füße wirft. Grünenthal vergrößert sich laufend, hat sehr gute Gewinne und lässt uns Betroffenen im Regen stehen. Menschen, wie die Familie Wirtz kann man nur noch verachten.

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