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Grünthaleigner-Familie Wirtz zerrt Conterganopfer Andreas Meyer vor Gericht!

19. Juni 2009

*Pressemitteilung*

Am 24 Juni 2009 um 13:50 Uhr im Landgericht Köln findet der Prozess gegen Andreas Meyer (Conterganopfer) statt.

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*Pressemitteilung*

2 Jahre nach dem erfolglosen Versuch, die Ausstrahlung des Conterganspielfilms zu verhindern, führen die Eigentümer des Grünenthal-Wirtz-Konzerns erneut einen Prozess in Sachen Contergan.
Diesmal zitieren sie jedoch die Conterganopfer selbst vor Gericht: Die Wirtz-Familie erwirkte über ihre Firmen Dalli-Werke, Mäurer & Wirtz und
4711 beim Landgericht Köln gegen den arm- und beinlosen Contergangeschädigten Andreas Meyer eine einstweilige Verfügung. Eine weitere einstweilige Verfügung dieser Firmen richtet sich gegen den von Meyer mit gegründeten Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (BCG). Meyer und der BCG hatten im Oktober 2007 anlässlich des 50.
Jahrestages der Markteinführung von Contergan ihre Mitbürger zu einem freiwilligen Boykott von Dalli-Waschmittel, der Parfum und Aftershave-Kollektionen Tabac, Nonchalance, Tosca und 4711 (alles Produkte der genannten Firmen) aufgerufen. Die Medien haben über den Boykottaufruf ausführlich berichtet. Mit den einstweiligen Verfügungen soll dies nun Meyer und dem BCG untersagt werden.

In ihrer Antragsschrift lässt die Wirtz-Familie über ihre Firmen Dalli-Werke etc. ausführen, dass der Boykottaufruf schon deswegen verwerflich sei, weil Meyer und der BCG damit wirtschaftliche Interessen im Sinne eines Zugewinns für alle Conterganopfer verfolgen würden.
Tatsächlich setzen sich Meyer und der BCG seit Jahren medienwirksam dafür ein, dass die Eigentümerfamilie Wirtz des Conterganherstellers Grünenthal den Conterganopfern endlich eine gerechte Entschädigung zukommen lässt. Meyer: “Mit einer solchen Begründung wird der jahrzehntelange Kampf der Opfer um eine gerechte Entschädigung als bloßes Gewinnstreben diffamiert. Skrupelloser kann man nicht von seiner eigenen Verantwortung an dem Elend Tausender ablenken wollen.”

Meyer und der BCG werden anwaltlich vertreten von Herrn Professor Dr.
Jan Hegemann der renommierten Anwaltssozietät HOGAN & HARTSON RAUE in Berlin, die bereits die Ausstrahlung des Conterganspielfilms erfolgreich gegen Grünenthal und dem Rechtsanwalt Karl-Hermann Schulte-Hillen durchsetzen konnte. Verhandelt wird am 24.6.2009 im Kölner Landgericht.
Sollten die einstweiligen Verfügungen aufrechterhalten bleiben, drohen Meyer und dem BCG bei jedem weiteren Boykottaufruf ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 EUR oder ersatzweise 6 Monate Ordnungshaft.

“Ordnungsgeld? Durch Contergan bin ich zeitlebens Sozialhilfeempfänger.
Mögen sie meinen Rollstuhl pfänden kommen. 6 Monate Ordnungshaft? Ich habe bereits lebenslänglich durch meinen contergan-entstellten Körper.
Wie soll mich dies abschrecken? Die können mir ja noch nicht einmal Handschellen anlegen! ” sagt Meyer.

Ein Contergan-Geschädigter sitzt während einer Mahnwache vor dem Pharmakonzern Grünenthal-dpa-02 _ _*_Prozesstermin_

Datum: 24. Juni 2009

Uhrzeit: 13:50 Uhr

Raum: Saal 7 (Erdgeschoss)

Ort: Landgericht Köln
Luxemburger Str. 101
50939 Köln
*/Über uns:/

Der BCG ist eine neue Bundesorganisation für Contergangeschädigte, die frei und unabhängig von der Einflussnahme seitens der Conterganherstellerfirma Grünenthal GmbH und deren Handlangern die Interessen der Conterganopfer bundesweit vertritt. Dringlichstes Ziel des BCG ist es, den contergangeschädigten Betroffenen ein selbstbestimmtes und emanzipiertes Leben in Menschsein und Würde zu erhalten und ermöglichen. Daher setzt sich der BCG mit medienwirksamen Maßnahmen dafür ein, dass die Firma Grünenthal GmbH *_alle_* Schäden mit samt ihren Folgewirkungen für die Lebenssituation der Contergangeschädigten ersetzt. Der BCG leistet zudem individuelle Hilfe zur Selbsthilfe bei allen pädagogischen, psychologischen, medizinischen,
alters- sowie pflegebedingten, sozialen und beruflichen Belangen der vertretenen Betroffenen zur Rehabilitation, Integration und gleichberechtigten Teilhabe an und in der gesellschaftlichen Lebenswirklichkeit. Der BCG ist Ansprechpartner für die Medien, die Bundesregierung, die dafür zuständigen Ministerien, Verwaltungen und Behörden zu allen Themen rund um den Wirkstoff Thalidomid. Der BCG nimmt zu allen Themen rund um den Wirkstoff Thalidomid öffentlich Stellung.
Ein weiteres Thema des BCG ist von Hause aus die Korruption in all ihren gesellschaftlichen Facetten, weil der bisherige Ausgang des Conterganskandals nicht ohne das Vorhandensein von Korruption zu erklären ist. Der BCG betrachtet die Korruption als sozialschädlichste Geißel jeder Gesellschaftsordnung, weil sie die individuelle Freiheit und Unversehrtheit des Einzelnen sowie die demokratischen und sozialstaatlichen Strukturen eines jeden Gemeinwesens zerstört. Der BCG möchte daher auch zwischen den Sozialverbänden und solchen Organisationen, die sich der Offenlegung und Ächtung der Korruption angenommen haben, eine Schnittstelle bilden, in der ein Zusammenhang aufgezeigt wird zwischen der in einer Wohlstandsgesellschaft eigentlich unnötigen sozialen Bedürftigkeit und der Korruption als deren wirkliche soziale Ursache.

/Kontakt:/

*BCG – Bund Contergangeschädigter
und Grünenthalopfer e.V.*
c/o Herr Andreas Meyer (1. Vorsitzender) Dohmengasse 7 , 50829 Köln
Email: bcg-brd-dachverband@gmx.de
Webseite: www.gruenenthal-opfer.de
Telefon : 0221 / 9505101
Fax: 0221 / 9505102
Mobil: 0172 / 2905974

Fotos Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,grossbild-1013360-515829,00.

http://www.netzeitung.de/largepic/?media_id=231772

3 Kommentare zu “Grünthaleigner-Familie Wirtz zerrt Conterganopfer Andreas Meyer vor Gericht!”

  1. Simonetta Ginelli on 19.06.2009 10:48

    das ist ja furchtbar!
    wer da nicht alles seine Hände im spiel hat, ich muß die produkte/firma gar nicht boykottieren, mag die sowieso nicht -waren mir schon immer unsympatisch-kein wunder.
    liebe grüße! und viel glück für den prozess, eigentlich ist ja klar, wer da ungeschädigt herauskommt, dalli schädigt in jedem fall seinen ruf.

  2. Stefan Müller on 24.06.2009 12:19

    Ich finde das aggressive Vorgehen von Ulrich Grieshaber, Chef der Dalli-Gruppe, gegen ein schwerstbehindertes Conterganopfer ebenfalls mehr als verwunderlich. Warum sieht er die moralische Verrpflichtungen der Familie Wirtz nicht? Warum will er, dass der Steuerzahler für alle Kosten der Contergangeschädigten aufkommt?

  3. Discount-Naturkosmetik: Die Konsequenz « Blanc et Noir on 24.01.2011 03:14

    [...] Und heute? Auch heute scheint sich in Grünenthals Politik nicht viel geändert zu haben. 2009 verklagten sie das Conterganopfer Andreas Meyer, weil er als Mitgründer des Bundes Contergangeschädigter und Grünenthalopfer e.V. (welcher sich für eine gerechte Entschädigung der Conterganopfer einsetzt) seine Mitbürger zu einem freiwilligen Boykott gegen die Dalli-Produkte aufgefordert hatte. Andreas Mayer wurde auf eine einstweilige Verfügung verklagt und sollte ein Ordnungsgeld in Höhe von 250000 Euro oder ersatzweise eine Ordnungshaft absitzen. Zynisch und so wahr, war seine Reaktion: Zitat: “Ordnungsgeld? Durch Contergan bin ich zeitlebens Sozialhilfeempfänger. Mögen sie meinen Rollstuhl pfänden kommen. 6 Monate Ordnungshaft? Ich habe bereits lebenslänglich durch meinen contergan-entstellten Körper. Wie soll mich dies abschrecken? Die können mir ja noch nicht einmal Handschellen anlegen!” Quelle: http://www.sternentaler.com/280/gruenthaleigner-familie-wirtz-zerrt-conterganopfer-andreas-meyer-vor... [...]

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